Kennen Sie Bünzwil?

Gottfried Keller war einer der grossen Schweizer Schriftsteller des 19. Jahrhunderts. Unter anderem schrieb er unter dem Titel „Geschichten aus Seldwyla“ zehn Novellen, die in einem fiktiven Städtchen irgendwo im Zürcher Umland handeln. Hätte aber Keller damals Bünzwil gekannt, hätte er Seldwyla garantiert nicht erfinden müssen. 

So nahm die Geschichte ihren heute bekannten Lauf und die Seldwyla-Novellen von Keller zählen heute zur Weltliteratur. Bünzwil hingegen blieb stolz und bescheiden Grenzort zum katholischen Kanton Luzern und erreichte jüngst erst nationale Bekanntheit als unattraktivster Wohnort der Schweiz mit dem höchsten Leerwohnungsbestand. Dabei muss festgehalten werden, dass die erste Behauptung nur einem bösartig willkürlichen Rating einer Zürcher Wochenzeitung entstammt und dass der hohe Leerwohnungsbestand durch den Bauboom relativiert wird, der durch die überdurchschnittlich hohen Zuwanderungsprognosen für die nächsten 100 Jahre ausgelöst wurde. Überhaupt scheinen diese Zürcher etwas gegen Bünzwil zu haben. Wieso sonst verweigert die grösste und einzige Schweizer Boulevard-Zeitung dem weltberühmten Bünzwiler Weihnachtsmarkt die Aufnahme in ihre jährliche Chartliste, während Konkurrent und Nachbar Willisau sich genüsslich in den Top Ten der Schweizer Weihnachtsmärkte suhlen darf? 

Diese und andere Widrigkeiten vermögen einen echten Bünzwiler natürlich nicht zu erschüttern. Man weiss schliesslich, was man nach über 700 Jahren Geschichte, mit einem Bauernkrieg und drei Stadtbränden hinter sich hat. Blöd nur, dass das der Rest der Schweiz einfach nicht begreifen will. Nicht einmal die Mehrheit des eigenen Kantons will wissen, dass der Oberaargau zu Bern und nicht zum Aargau gehört. Dass das Emmental Bünzwil auch nicht haben will, ist genauso  unbegreiflich, weilte doch selbst Jeremias Gotthelf 1834 im Stedtli und war Zeuge des grossen Brandes, der fast den ganzen Ort zerstörte. Auch dass die Bünz und nicht die Emme für Überschwemmungen sorgt, ist kein stichhaltiger Grund. Schliesslich ist man hier mindestens so bodenständig und in Bünzu sagt man auch völlig berntreu „Ja“ und nicht „Jo“ wie die da unten in Bünzthal oder noch schlimmer im Solothurnischen. Selbst der Regierungsstatthalter hat Bünzwil im Stich gelassen als er anordnete das Willkommensschild „Willkommen im Emmental“ am Ortseingang wieder entfernen zu lassen. Aber was sollte man auch anderes erwarten, von einem, der in Bünzwangen noch hinter Bünzthal im Dauernebel residiert. Wenigstens werden nun zumindest die Luzerner Grenzgänger mit einem Schild „Willkommen im Berner Oberaargau“ begrüsst. So jetzt weiss es zumindest von dieser Seite jede und jeder im Emmental-Oberaargau, wohin Bünzu gehört! 

Natürlich ist Bünzwil wie Seldwyla eine reine schriftstellerische Erfindung und jede Ähnlichkeit mit real existierenden Gemeinden des Berner Oberaargaus rein zufällig ... 


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